Star Trek: Discovery – Rückschau Episode 1 und 2

© CBS
post img

Es hat lange gedauert, sehr lange. Fans mussten zwei Verschiebungen erdulden,  des Öfteren von einer von Problemen geprägten Produktion hören, und zu allem Überfluss inhaltlich vollkommen ohne Informationen auskommen. Nun ist sie aber endlich da, die neue TV-Serie Star Trek: Discovery, und das „endlich“ gehört hier dick unterstriche! Immerhin ist dies doch die erste Serie seit im Jahr 2005 Star Trek Enterprise mit Captain Archer und Co. erschienen ist. Das Warten hat sich allerdings gelohnt, und solltet ihr ein Netflix-Abo besitzen, so könnt ihr nach dem Anwerfen der Netflix-App auf eurer PlayStation 4 direkt die ersten beiden Episoden anschauen. Für eine Rückschau der wichtigsten Geschehnisse haben wir zudem die Kernereignisse im Folgenden noch einmal zusammengefasst.

Episode 1: Das vulkanische „Hallo“

Sternzeit 1207,3 – auf der Erde ist es der 11. Mai 2256, ein Samstag. Es hätte ein wirklich schöner Tag werden können an Bord der USS Shenzhou, wäre da nicht ein defektes Kommunikationsrelais der Föderation, welches es zu untersuchen gilt. Denn nicht etwa kosmische Strahlung oder ein Asteroid hat dieses in Mitleidenschaft gezogen, sondern eine Explosion unbekannter Herkunft. Die Föderation wäre natürlich nicht die Föderation, würde sie diesen Geschehnissen nicht auf den Grund gehen wollen, und ein mysteriöses Objekt im gleichen System erweckt hier auch schnell die Aufmerksamkeit der Crew. Dumm nur, dass sich dieses nicht durch die Schiffssensoren erfassen lässt.

Ob die Crew in Star Trek: Discovery schlussendlich überzeugen kann bleibt noch abzuwarten, doch der erste Eindruck erscheint solide. Hier haben wir mit Captain Georgiou (Michelle Yeoh)zum einen den mittlerweile zweiten weiblichen Captain (nach Janeway aus Voyager) einer Star Trek-Serie und zum anderen die unter ihr dienende Nummer 1 Lieutenant Commander Michael Burnham (Sonequa Martin-Green), die mit einer etwas aufsässigen Natur daherkommt. Da hilft es auch nicht, dass sie in ihrer Kindheit von einem Vulkanier aufgezogen und unterrichtet wurde. Die Gefühle beherrschen diesen Charakter nahezu gänzlich, auch wenn sie es zu verbergen versucht. Der dritte nennenswerte Charakter auf der Brücke ist zudem Lieutenant Saru (Doug Jones), der seines Zeichens ein männlicher Kelpianer ist und die Rolle des Wissenschaftsoffiziers einnimmt. Im Vergleich zu Burnham ist Saru deutlich stärker von Logik und Vorsicht angetrieben, wohingegen Burnham mehr den Weg der Konfrontation und des Adrenalins bestreitet.

Star Trek Discovery

Diese Eigenschaften hinter Burnham werden auch schnell klar, als diese das mysteriöse Objekt mit einem Jetpack zu erforschen plant. Als sie auf diesem landet, wird sie jedoch durch einen Klingonen angegriffen. Sie schafft es diesen durch dessen eigene Waffe zu töten, woraufhin eine Kette von Ereignissen losgetreten wird. Die Klingonen entzünden ein Leuchtfeuer, welches im ganzen Quadranten wahrgenommen werden kann und Burnham versucht ihren Captain zu überzeugen das Feuer auf die Klingonen zu eröffnen um einen Krieg zu verhindern. Denn so haben es die Vulkanier gehandhabt, um den Klingonen einen Gruß zu übermitteln, den diese auch verstehen können – ein vulkanisches „Hallo“ der anderen Art.

Da Captain Georgiou allerdings nicht plant ohne Grund ein klingonisches Schiff anzugreifen, eine Rasse die zudem seit über 100 Jahren nicht mehr gesehen wurde, versucht Burnham einen anderen Weg: Sie schaltet ihren Captain mit einem vulkanischen Nervengriff aus und versucht die Crewmitglieder davon zu überzeugen das Feuer zu eröffnen. Bevor dies gelingt kommt Georgiou jedoch wieder zu sinnen und schafft es Burnham von ihrem Vorhaben abzuhalten, nur um dann Zeuge zu werden, wie eine Armada der Klingonen aus dem Hyperraum springt – ein brisantes Finale des Serienauftakts.

Star Trek Discovery

Episode 2: Kampf beim Doppelstern

Die zweite Episode von Star Trek: Discovery schließt unmittelbar an die Pilotfolge an. Insgesamt sind 24 Schiffe in das System gesprungen, die gleiche Anzahl der hohen Häuser der Klingonen, die stets zerstritten waren. Die Befürchtung Burnhams: Jemand versucht die Häuser zu vereinen und gegen die Föderation in den Krieg zu ziehen. Anstatt einer Belohnung landet Burnham allerdings in der Arrestzelle, hat sie doch ihren Captain angegriffen und die Befehlskette ignoriert.

Auf Seiten der Klingonen versucht T’Kuvma die 24 Häuser zu vereinen. Dabei stößt er zwar auch auf Wiederstand aber ebenso auf Interesse, nachdem er das Leuchtfeuer von Khaless entzündet hat. Doch ein einziges Schiff erscheint wenig als Bedrohung für das klingonische Reich, so die Anführer der anderen Häuser. Diesen Hochmut weiß T’Kuvma ausnutzen, indem er voraussagt, dass die Offenbarung des Klingonischen Schicksals in den Sternen geschrieben steht. Daraufhin poppen neue Föderationsschiffe aus dem Hyperraum  auf, die zuvor von der USS Shenzhou als Verstärkung gerufen wurden.

Star Trek Discovery

Provoziert von dem angeblichen Frieden, den die Föderation verspricht, haben die Klingonen, die unter keinen Umständen eine Vermischung ihrer Reinheit mit anderen Völkern beabsichtigen, die Nase voll und eröffnen das Feuer. Hier bekommen es Star Trek-Fans in Folge dessen mit einem spektakulären Auftakt der neuen Serie zu tun, denn es entbrennt ein imposant inszenierter Kampf zwischen klingonischen und föderalen Schiffen.

Durch die massive Überlegenheit der Klingonen, die zudem über Tarntechnologie verfügen, entsteht eine perfide Täuschung. Die Shenzhou wurde durch Beschuss manövrierunfähig gemacht und treibt auf ein Trümmerfeld zu, kann aber in letzter Sekunde durch die neu eingetroffene USS Europa unter Admiral Anderson gerettet werden. Dieser schlägt den Klingonen daraufhin einen Waffenstillstand vor, den diese annehmen. Doch dieser vermeintliche Frieden ist nur von kurzer Dauer, denn die Europa wird durch einen getarnten Schlachtkreuzer gerammt, woraufhin Anderson die Selbstzerstörung einleitet und das feindliche Schiff mit in den Tod reißt.

Star Trek Discovery

Die Föderation ist geschlagen und die Klingonen ziehen sich, abgesehen von T’Kuvmas Schiff, aus dem Sektor zurück um die Kunde des neuen klingonischen Reiches zu verbreiten.  Aber ganz ohne zu kämpfen wollen Burnham und Georgiou nicht untergehen und beamen einen Photonensprengkopf an den Leichnam eines Klingonen, der gerade von seinen lebendigen Verbündeten geborgen wird. Das Resultat: Ein verheerender Angriff auf das feindliche Schiff. Die Schilde versagen und Burnham und Captain Georgiou beamen sich an Bord, mit dem Ziel T‘Kuvma gefangen zu nehmen. Der darauffolgende Kampf ist imposant, was allerdings speziell an der Deko, dem Outfit-Design und den Klingonen selbst liegt. Der Kampf an sich wurde leider wieder einmal mit viel zu vielen Schnittszenen inszeniert, sodass daraus eine absolut mangelhafte und peinliche Choreografie resultiert.

Wenn mit Star Trek: Discovery eines geschaffen wurde, dann ist es zum Episodenende einen enormen Cliffhanger aufzubauen. Sei es das Eintreffen einer Armada der Klingonen oder, wie es in Episode 2 geschehen ist, das Ableben von Captain Geogiou durch T’Kuvma, der daraufhin durch Burnham mit einem Phaserschuss ebenfalls getötet wird. Burnham, die von der Zerstörung ihres Schiffs, den Tod zahlloser Besatzungsmitglieder und dem Ableben ihrer besten Freundin/Captains stark mitgenommen ist, muss sich zu allem Überfluss wegen dem Versuch der Meuterei und dem Angriff auf ihren Captain vor einem Militärgericht behaupten. Das Urteil: Lebenslange Haft und die Aberkennung ihres Rangs.

Star Trek Discovery

Fazit:

Trekkies dürfen sich mit Star Trek: Discovery auf eine etwas andere Serie gefasst machen. Diese fällt zumindest zum Start deutlich actionreicher und vor allem optisch deutlich imposanter inszeniert aus, verglichen mit bisherigen Star Trek-Serien. Ob dieser Grad jedoch beibehalten werden kann, oder ob wir in Bälde wieder in das alte Schema von zwischenmenschlichen Nebengeschichten abdriften, bleibt abzuwarten. Im Großen und Ganzen orientiert sich Discovery schlussendlich mehr an die neuesten Filme, was auch am neuen Design der Klingonen zu erkennen ist. Die Chancen auf eine sehr actionreiche Star Trek-Serie stehen allerdings gut, denn immerhin steht uns hier ein ausgeprägter Krieg bevor. Und sollte euch in den kommenden Wochen doch zwischenzeitlich die Ungeduld packen, so könnt ihr auch selbst ein eigenes Schiff in Star Trek Bridge Crew auf PlayStation VR kommandieren, wo es ebenso schwieriges Missionen zu meistern gilt.